Erneuerung der Glocken der Kirche in Wilkau
Liebe Unterstützer,
unsere schlichte aber schöne, nach den Plänen von Hugo Altendorf aus Leipzig im neoromanischen Stil erbaute und am 6. Oktober 1879 geweihte ev.-luth. Stadtkirche St. Michaelis in Wilkau-Haßlau braucht Ihre Hilfe. Als Kirchengemeinde wollen wir gern neue Bronzeglocken für unsere Kirche anschaffen und damit die seit dem ersten Weltkrieg bestehende Wunde endlich schließen. Unsere 1919 ersatzweise angeschafften Eisenhartgussglocken haben eine deutlich minderwertigere Material- und Klangqualität und sind über die Jahre ziemlich verschlissen. Damit einhergehend wurde uns von der Baupflege unserer Landeskirche empfohlen, bei dieser Gelegenheit gleich notwendige Sanierungsarbeiten am Kirchturm durchzuführen um diesen in seiner Substanz auch für die Zukunft zu sichern.
Dieses große Bauvorhaben überfordert uns als Kirchengemeinde mit nur etwas mehr als 700 Mitgliedern. Die oft geäußerte Meinung, die Kirche habe so viel Geld, ist in der Realität nicht zutreffend. Durch Spenden kamen in den letzten Jahren bereits ca. 57.000 € zusammen. Leider reicht das bei dem Umfang und den Kosten der heutigen Zeit bei Weitem nicht aus. Es liegen noch keine genauen Zahlen vor, doch kann man von wenigstens 300.000 € ausgehen. Allein, ohne Hilfe, können wir das nicht stemmen. Die Landeskirche gibt einen Zuschuss, doch auch der deckt die Kosten nicht. Es bleibt ein deutlicher Eigenanteil, den wir selber aufbringen müssen.
Unsere Kirche und ihre Glocken haben für uns als Gemeinde einen hohen Stellenwert. Der Glockenklang ruft uns, mahnt uns, erinnert uns und begleitet uns durchs ganze Leben in Freud und Leid. Zugleich erfreuen wohltönende Glocken viele Menschen und es ist der vertraute Klang der Heimat für uns und alle Einwohner. Nicht zuletzt sind sie nach wie vor auch zuverlässige Zeitanzeiger, welche seit Jahrhunderten den Tag strukturieren. Eine Kultur und Tradition die erhalten werden soll.
Deshalb bitten wir Sie freundlichst um finanzielle Unterstützung für dieses große Vorhaben, damit die Stimme unserer Kirche nicht verstummt. Jede Spende dient dem Gemeinwohl und wird ausschließlich zur Umsetzung des Projektes verwendet.
Es danken Ihnen ganz herzlich die Gemeindemitglieder und der Kirchenvorstand der Ev.-luth. Michaeliskirchgemeinde Wilkau-Haßlau.
Der Kirchenvorstand,
Kirchenvorsteher und Projektleiter Philipp Kahlert
Warum sind neue Glocken notwendig?
Als die Michaeliskirche erbaut wurde, goss 1879 die Glockengießerei Gebrüder Jauck in Leipzig drei Bronzeglocken im e-Dur-Dreiklang. Diese ereilte leider das gleiche Schicksal, wie viele andere Glocken im ersten und auch im zweiten Weltkrieg. 1917 wurden die große und die mittlere Glocke aus dem Turm gehoben und in der Rüstungsindustrie zu Waffen und Munition verarbeitet. Die verbliebene kleine Glocke wurde zu dem Denkmal, welches neben der Kirche steht, umgegossen. Vom historischen Bestand ist also leider nichts mehr da. Als Ersatz gossen 1919 Otto Schilling und Gottfried Lattermann in Morgenröthe-Rautenkranz drei neue Eisenhartgussglocken für die Kirche. Diese Glocken sind leider von minderwertigerer Qualität: das Klangspektrum ist deutlich geringer, der Nachhall kürzer und der Anschlag härter; das innere Gussgefüge ist porös und mit Gasblasen und sog. Mikrolunkern (Hohlräume) durchsetzt, welche eine Kerbwirkung erzeugen und zum Zerbrechen der Glocken führen können und, wie bei Eisen bekannt, kommt es durch die chemischen Reaktion mit Sauerstoff und Wasser zur Korrosion, also Rost, welcher die Glocken auf lange Sicht zersetzt. All das macht diese Glocken unberechenbar, weshalb man ihnen eine durchschnittliche Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren gibt.
Glocken aus Bronze hingegen haben die besten materialtechnischen und klanglichen Eigenschaften. Ihr Klang ist grund- und volltönig, der Anschlag deutlich weicher und sie unterliegen nicht der Korrosion, was sie praktisch unbegrenzt haltbar macht. Daher soll nun auch hier, wie bereits in unseren beiden anderen Kirchen in Niedercrinitz und Culitzsch geschehen, die Rückkehr zu Bronzeglocken erfolgen.
Nicht zuletzt ist auch der Gesamtzustand der Anlage ziemlich verschlissen. Glockenstuhl und Joche aus Stahl sind stark korrodiert, die Bodendielung teils kaputt und durch die Bauweise finden unzulässige Kraftübertragungen in das Mauerwerk statt. All das macht eine Sanierung unumgänglich. Der schlechte Zustand der Anlage wurde bereits im Oktober 2013 in einem Gutachten des für uns zuständigen Glockensachverständigen attestiert.
Welchen Umfang hat das Projekt?
Im Wesentlichen sind folgende Maßnahmen notwendig:
- Guss von drei Bronzeglocken, Fertigung dreier gerader Joche und eines neuen Glockenstuhles aus Eichenholz; weitere zugehörige Armaturen, Klöppel und Antriebe
- Erneuerung der Elektrik sowie der Regelungs- und Steuerungstechnik
- Sanierung der Glockenstube mit Verputzen der Wände, Erneuerung von Tragwerk, Bodendielung, Treppenaufgang, Beleuchtung und Schallläden aus Holz
- Überarbeitung und Anpassung der Turmuhr
- Weitere notwendige Sanierungsarbeiten im Inneren und an der Fassade des Kirchturms
- Darüber hinaus können bei so einem alten Bauwerk während der Bauphase auch noch ungeplante „Überraschungen“ zum Vorschein kommen, die dann auch behandelt werden müssen
Geplant ist, das Projekt in ca. drei Jahren umzusetzen. Spätestens zum Kirchweihjubiläum 2029 soll jedoch alles fertig ein.
Spenden:
Sparkasse Zwickau
BIC WELADED1ZWI
IBAN DE 81 8705 5000 2218 0028 28
Kirchgeld 2026 + Name
Ev.-Luth. Michaeliskirchgemeinde
Sparkasse Zwickau
BIC WELADED1ZWI
IBAN DE 81 8705 5000 2218 0028 28